Erfolgreiche Spendenaktion für die historische Kirche von Krummöls /Oleszna Podgorska
Von Wolfgang Knoblich
Liebenthal / Lubomierz - Die deutschen Krummölser und Freunde stiften zum Erhalt Ihrer alten Kirche in Krummöls/Oleszna Podgorska in ihrer ehemaligen Heimat 1.600 €. Das Geld ist am 11.
Januar im Jahr 2010 stellvertretend für alle Spender von Wolfgang Knoblich dem zuständigen Pfarrer in Liebenthal/Lubomierz, Herrn Pfarrer Ryszard Trzóslo, zu treuen Händen übergeben
worden.

Im tief verschneiten Schlesien sind zu Beginn des Jahres 2010 die gesammelten Spendengelder der deutschen Krummölser und ihrer Freunde für die alte Schinkelkirche in Krummöls, heute Oleszna Podgorska, in Liebenthal übergeben worden. In Gegenwart von den Mitgliedern des Kirchenvorstandes aus Krummöls, Herrn Tadeusz Warowy und Herrn Boguslaw Onsowicz, konnten durch Wolfgang Knoblich die Spenden im altehrwürdigen Pfarrhaus von Liebenthal überreicht werden.
Pfarrer Ryszard Trzóslo, der die Gemeinde Krummöls von Liebenthal aus betreut, war hoch erfreut über die Spende aus Deutschland und dankte sehr herzlich dafür. Die Gelder werden genutzt, um die dringend benötigte Verbesserung der Akustik in der Kirche mittels eines fest installierten, neuen Beschallungssystems durchzuführen. Zusammen mit den Spenden der heutigen Krummölsern kann nun das Vorhaben endlich in die Tat umgesetzt werden.

In der Kirche wird nun auf einer Tafel der Spender aus Deutschland und Polen für ihre Großzügigkeit gedacht. Man entdeckt sie sogleich, wenn man die kleine Kirche betritt, auf der rechten Seite. Die schwarze Granittafel mit weißer Schrift ist an der Wand links neben der Tür angebracht, durch die man hinauf zur Empore und in den Kirchturm gelangt.
Obwohl die deutschen Krummölser ihre Heimat nach dem zweiten Weltkrieg verlassen mussten, zeigen die Spendenden doch damit die tiefe Heimatverbundenheit, die sie immer noch in ihren Herzen tragen.
Diese Heimatverbundenheit ist für jemanden, der nicht das Schicksal von Flucht und Vertreibung ertragen musste, nur unzulänglich beschreibbar. In wunderbarer Weise hat als selbst Betroffene diese
Heimatliebe und -verbundenheit Marion Gräfin Dönhoff zum Ausdruck gebracht. Im Vorwort zu ihrem Buch “Namen, die keiner mehr nennt“ über den Verlust ihrer Heimat Ostpreußen, das 1962 erschienen ist,
schreibt die Gräfin:
„Sechs Jahrhunderte (Deutsche Geschichte) ausgelöscht. In den ersten Jahren konnte ich es nicht glauben, wollte es nicht wahrhaben, hoffte gegen alle Vernunft
immer noch auf ein Wunder. Das ist nun lange her. Inzwischen weiß ich: Diesmal gibt es kein Zurück. Was jener Wahnsinnige verspielt hat, lässt sich nicht zurückgewinnen.
Ich bin seither mehrfach in Polen – auch in Ostpreußen - gewesen. Und jedes Mal, wenn ich die Alleen wiedersah, die einsamen Seen und stillen Wälder, meinte ich nach Hause zu kommen. Landschaft
ist eben wichtiger und gewiss prägender als alles andere. Sie gehört im letzten und höheren Sinne ohnehin niemandem, allenfalls vielleicht dem, der imstande ist zu lieben, ohne zu
besitzen.“
An dieser Stelle sei auch vom Autor den vielen Spendern nochmals ausdrücklich Dank gesagt für ihre Gabe. Sie ist ein deutliches Zeichen für diese wohl – wie Marion Dönhoff richtig meint -
selbstloseste Form der Liebe, die sie damit zum Ausdruck gebracht haben, zu etwas Vergangenem, Gewesenem, was aber gleichwohl immer gegenwärtig war und ist.
zurück
Krummöls/Schlesien
